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Pharma – Wachstumsmarkt mit grossen Fortschritten

Die Erfolge in der Medizinforschung sind beeindruckend. Mit neuen Medikamenten werden bislang unheilbare Krankheiten gezielt und effektiv behandelbar. MÄRKTE & ZERTIFIKATE focus zeigt auf, was den Markt antreibt und welche Unternehmen interessant sein könnten.

November 2023 - Die Fortschritte, die die medizinische Forschung in den zurückliegenden Jahrzehnten gemacht hat, sind gewaltig. Das zeigt allein ein kurzer Blick auf die Onkologie, auf die Erforschung und Behandlung von Krebserkrankungen. Galt die Chemotherapie bis vor wenigen Jahren noch als das Non-plus-ultra bei der Bekämpfung von Krebs, ist es heute die gezielte Krebstherapie, auf Englisch Targeted Therapy. Grundidee der Behandlung, statt den ganzen Körper mit chemischen Substanzen zu belasten, werden gezielt nur die Krebszellen attackiert. Das geht, weil Krebszellen gegenüber gesunden Zellen Besonderheiten aufweisen. Diese Besonderheiten kann man nutzen, um sie zu zerstören. Damit wird die Bekämpfung von Krebs nicht nur effektiver, sie wird auch für den Patienten verträglicher. Begleiterscheinungen wie Haarausfall oder Durchfall, die bei der herkömmlichen Chemotherapie auftreten können, weil eben auch gesunde Zellen bei der Behandlung massiv geschädigt werden, entfallen weitestgehend.

Doch es geht quasi noch genauer. Weil Krebszellen nicht nur Besonderheiten zu gesunden Zellen aufweisen, sondern darüber hinaus sich auch noch von Patient zu Patient unterscheiden können, wurde die personalisierte Krebstherapie ins Leben gerufen. Jeder Patient, jeder Tumor reagiert anders auf eine Behandlung. Über molekular-genetische Untersuchungen von Tumorgewebe oder Blut können individuelle genetische Unterschiede festgestellt und die Therapie entsprechend angepasst werden.
Vor ein paar Jahren wurde noch mit der Keule auf die Krebszellen eingeschlagen, in der Hoffnung, die richtigen zu treffen, heute macht man sich gezielt auf die Jagd, wie ein Scharfschütze, so in etwa fassen Beobachter die aktuelle Entwicklung in der Onkologie zusammen.

Schnell steigende Umsätze
Ein riesiger Fortschritt. Doch es ist klar, es wird weitergehen. Davon zeugt unter anderem die jüngste Verleihung des Nobelpreises für Physik. Er geht in diesem Jahr an drei Forscher, den in Deutschland arbeitenden Ferenc Krausz, Pierre Agostini in den USA sowie die Französin Anne L’Huillier, die Möglichkeiten aufgezeigt haben, rasend schnelle Vorgänge auf atomarer Ebene bildhaft festzuhalten. Die Rede ist hier von „Attosekunden“. Damit können sogar Veränderungen in der molekularen Zusammensetzung des Blutes nachgewiesen werden. Die Vision der Wissenschaftler, eine Krebsdiagnose in einem extrem frühen Stadium, quasi noch bevor die Krankheit ausgebrochen ist. Damit wächst die Wahrscheinlichkeit, dass die Krebszellen erfolgreich bekämpft werden können, enorm.

Für die Pharmabranche versprechen wirksame Krebstherapien heute schon ein grosses Geschäft. Weltweit, so eine Schätzung der International Agency for Research on Cancer, liegt die Neuerkrankung an Krebs jährlich bei rund 20 Millionen Fällen – Tendenz stark steigend. Laut Prognose könnte sich die Zahl der Krebsneuerkrankungen bis zum Jahr 2040 auf rund 30 Millionen erhöhen. Weltweit dürften Prognosen nach im Jahr 2026 mit den zehn wichtigsten Krebsmedikamenten 130 Milliarden Euro umgesetzt werden. Das entspricht gegenüber den Zahlen 2019 einem jährlichen Plus von rund zehn Prozent. Doch damit macht die Krebsbehandlung nur einen Teil des weltweiten Pharmageschäfts aus. 2022 hat der globale Pharmamarkt ein Volumen von über 1,3 Billionen Dollar erreicht. Damit wächst er seit Jahrzehnten kontinuierlich und hat sich in den zurückliegenden 20 Jahren mehr als verdreifacht. Hauptgründe für das konstante Wachstum sind die zunehmende Weltbevölkerung, die im Schnitt immer älter wird, Zivilisationskrankheiten wie eben Krebs, Krankheitsausbrüche wie Covid-19, und der Fortschritt in der medizinischen Forschung.

Beschleunigung der Forschung
Eine brisante Mischung, wie Beobachter sagen, die das Wachstum beim Medikamentenumsatz quasi garantiert. Weil Abläufe im menschlichen Körper immer besser verstanden werden, sind Krankheiten, die bislang als unheilbar galten, auf einmal behandelbar. Es entstehen Umsätze, wo früher keine waren. Und weil immer mehr Menschen leben und immer älter werden, vergrössert sich die Basis stetig.

Dazu kommt, dass die Pharmaindustrie quasi von aussen Zuwachs bekommt. Weil neue Technologien in die Medizin einfliessen, fassen Unternehmen wie Alphabet, Amazon, Microsoft, Apple und Oracle auf einmal Fuss im Medizinsektor. Manche Beobachter sprechen deshalb schon von „Big Tech Pharma“ als neuen Treiber in der Arzneiforschung. Warum umfangreiche teure Studien durchführen, die die Wirksamkeit und Sicherheit von Medikamenten belegen sollen, wenn es auch am Computer geht? Die Entstehung von Krankheiten verstehen, vorhersagen und neue Wirkstoffe finden – und das alles mit Hilfe von Algorithmen, Big Data und Künstlicher Intelligenz – so in etwa könnte das Bestreben der Techunternehmen im Bereich Pharma zusammengefasst werden.

Am Ende, so die Hoffnung von Experten, entstehen aus der Kooperation mit den Big Techs nicht nur neue Medikamente, die gesamte Pharmaforschung soll schneller und effektiver werden. Noch braucht es laut dem Fraunhofer Institut durchschnittlich 13,5 Jahre, bis ein neues Medikament entwickelt und in den Markt eingeführt ist. Klinische Studien, bei denen ein Wirkstoffkandidat an Patientengruppen getestet wird, machen davon sieben Jahre aus. Mehr als zwei Milliarden Euro kostet es im Schnitt, ein Medikament bis zur Marktreife zu entwickeln. Mit Hilfe der neuen Technologien könnten schon bald ein grosser Teil der Kosten eingespart und die gesamte Entwicklungszeit drastisch reduziert werden, so die Hoffnung der Experten. Das wird den Pharmamarkt umkrempeln, viele neue Medikamente werden in kurzer Zeit auf den Markt drängen. Allein in den zurückliegenden zehn Jahren hat sich die Anzahl der in der Erforschung und Entwicklung befindlichen Medikamente auf über 21‘000 verdoppelt. Ein Trend, der weitergehen wird.

Die nachfolgenden Unternhemen aus der Pharmabranche könnten für Anleger interessant sein:

Roche mit Aufholpotenzial
Das Schweizer Pharmaunternehmen Roche durchläuft eine schwierige Phase. Probleme in der Forschung sowie Belastungen durch den Verfall von Patenten dürften im laufenden Jahr zu einem rückläufigen Umsatz im Vergleich zum Vorjahr führen. An der Börse kommt das nicht gut an, die Papiere stehen seit einiger Zeit unter deutlichem Abgabedruck. Notierte Roche im Jahr 2022 zeitweise bei 400 Franken, sind es aktuell nur noch rund 230 Franken. Auf diesem Niveau ist Roche ein Kauf, sagen Analysten. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 13 für 2024 und einem Kurs-Umsatz-Verhältnis (KUV) von 3 ist Roche am Markt deutlicher günstiger bewertet als viele andere Pharmaaktien.
Auch auf medizinischer Seite hat Roche etwas zu bieten. So könnte es in den kommenden Monaten zu einer Zulassung der subkutanen Injektionsform des Krebsmedikaments Tecentriq in Europa kommen. Ein Ausschuss der Europäischen Arzneimittelbehörde hat sich erst im November positiv dazu geäussert. Die subkutane Darreichungsform unter anderem zur Behandlung von bestimmten Formen von Lungen-, Leber-, Blasen- und Brustkrebs soll dazu beitragen, dass Patienten, Behandlungsteams und Pflegekräfte mehr Zeit haben, da die Verabreichung der Injektion nur etwa sieben Minuten dauert und somit eine Behandlung ausserhalb des Krankenhauses möglich ist.

Moderna – Milliardenmarkt mRNA
Noch steht die mRNA-Technologie am Anfang. Doch welches Potenzial in ihr schlummert, hat die Entwicklung von Impfstoffen gegen Corona gezeigt. Die mRNA-Technologie hat es erlaubt, in kürzester Zeit neue Produkte auf den Markt zu bringen, viel schneller, als das mit herkömmlichen Impftechnologien der Fall gewesen wäre. Denn bei mRNA-Impfstoffen werden keine Krankheitserreger für den Aufbau des Impfschutzes genutzt. Stattdessen enthalten mRNA-Impfstoffe Teile des Erbguts des Virus. Diese Teile werden als messenger-RNA bezeichnet, kurz mRNA. Die mRNA dient nach der Impfung den körpereigenen Zellen als Bauplan für die Herstellung bestimmter Proteine. Auf diese Proteine reagiert das Immunsystem des Menschen, es werden Abwehrstoffe gebildet.
mRNA-Impfstoffe haben den Vorteil, dass sie sehr schnell an neue Varianten eines Virus angepasst werden können. Dafür werden einzelne Bausteine der mRNA im Labor gentechnisch ausgetauscht. Anschliessend können mRNA-Impfstoffe in grosser Anzahl innerhalb weniger Wochen hergestellt werden. So wie im Falle von Corona können auch gezielt Informationen eingeschleust werden, die das menschliche Immunsystem anregen, Krebszellen und andere Krankheiten zu bekämpfen. Moderna ist hier eines der weltweit führenden Unternehmen. Der Konzern aus den USA will in den nächsten fünf Jahren bis zu 15 neue mRNA-Medikamente auf den Markt bringen. Insgesamt forscht Moderna aktuell an 47 mRNA-Mitteln, etwa gegen Grippe, Aids oder bestimmte Tropenkrankheiten.

Novo Nordisk – einmal Abnehmen bitte
Wer satt ist, isst weniger. Nach diesem Motto verfährt eine neue Spritze, die vom dänischen Pharmaunternehmen Novo Nordisk erst in den USA, und vor wenigen Wochen auch in Europa auf den Markt gebracht wurde. Wegovy heisst die Spritze, sie enthält den Wirkstoff Semaglutid. Der wirkt ähnlich wie ein bestimmtes Darmhormon, das für die Steuerung der Insulinmenge verantwortlich ist. Die wiederum wird normalerweise von der Bauchspeicheldrüse bei Nahrungsaufnahme ausgeschüttet und reguliert das Sättigungsgefühl. Wird Semaglutid zugeführt, führt sich der Patient auch bei geringerer Nahrungsaufnahme satt. Studien zeigen, dass so eine Gewichtsreduktion von bis zu 15 Prozent in einem Behandlungszeitraum von 18 Monaten erreicht werden kann.
In den USA wird Wegovy als „Modemedikament“ von Prominenten empfohlen und kann dort auch von Menschen gekauft werden, die sich schlichtweg zu dick fühlen – ob sie es nun sind oder nicht. In Europa ist das etwas schwieriger, hier ist Wegovy nur für die Behandlung von Menschen mit Adipositas (Fettleibigkeit) zugelassen, die zudem ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen aufweisen. Es muss ein medizinisch-relevanter Nutzen vorliegen, nur Lifestyle reicht nicht. Einer Studie zufolge senkt Wegovy das Risiko von Schlaganfällen und Herzinfarkten bei übergewichtigen Menschen um bis zu 20 Prozent.
Zudem könnte der Wirkstoff Semaglutid auch zur Behandlung von Patenten mit Nierenleiden eingesetzt werden, dass zeigen Daten, die erst im Oktober veröffentlicht wurden. Sollten sich die Daten in weiteren Studien erhärten, stände etwa der Dialysemarkt vor einem tiefgreifenden Wandel.
Da die Aktien von Novo Nordisk vom neuen Abnehmtrend schon kräftig angekurbelt wurden, drängt sich hier ein Engagement erst nach einer grösseren Korrektur auf.

Lonza – Übergangsjahr als Kaufchance
Kaufgelegenheiten gibt es auch bei den Pharmazulieferern. Lonza etwa ist eines der weltweit führenden Unternehmen für die Entwicklung, Produktion und Vertrieb von chemischen Produkten. Über 52 Prozent der Produkte entfallen dabei auf die Biopharmazie und rund 20 Prozent auf Kapseln und Dosierungslösungen für Biopharmazeutika, Arzneimittel und Ernährungsprodukte.
Weil Moderna als Grosskunde weggefallen ist, ist das Lonza-Papier im laufenden Jahr kräftig eingebrochen. Von 600 Franken Anfang 2023 ging es runter auf fast 300 Franken. Eine Halbierung innerhalb weniger Monate. Aktuell notiert Lonza bei 340 Franken. Das Management hat 2024 vorsichtshalber zum Übergangsjahr erklärt. Der stark gefallene Aktienkurs könnte aber eine gute Kaufgelegenheit bieten, da die langfristigen Geschäftsaussichten intakt sind.

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