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Pandemie-Verlierer mit Potenzial

Wenn alles wieder so wird wie früher, dann bieten einige Valoren derzeit gute Einstiegschancen. Doch Vorsicht, die Pandemie ist noch nicht bewältigt – und es gibt Unterschiede bei den Branchen.

März 2021. Am Ende der Talfahrt stand ein Rückgang von über 50 Prozent. Ein Crash, für den der Markt einen knappen Monat brauchte. Und ein Crash, der eine ganze Branche in eine tiefe Krise stürzte. Der STOXX Europe 600 Travel & Leisure Index ist sozusagen der lebende Beweis, wie schlimm die Corona-Pandemie die Reisebranche in Europa getroffen hat. Nach Corona wird nichts mehr so sein wie früher, sagen Skeptiker. Sie verweisen unter anderem darauf, dass zwar das Corona-Virus vielleicht eines Tages besiegt sein könnte, dass die Menschen aber aus Angst vor anderen Krankheiten lieber Urlaub im eigenen Land machen werden, zumindest auf absehbare Zeit.

Mit dieser Einschätzung gehört die Reisebranche zu den grossen Verlierern der „Corona-Transformation“, der durch das Virus ausgelösten Verschiebungen in Wirtschaft und Gesellschaft. Während das digitale Reisen durch das World Wide Web zu den Gewinnern gehört, so das Ergebnis einer Studie der Bertelsmann-Stiftung, ist die körperliche Bewegung in ferne Länder abgesagt, und das auf unbestimmte Dauer. Denn wie es mit dem Virus weitergeht, weiss derzeit niemand. Paradebeispiel für die Reise-Pandemie-Verlierer ist Carnival. Das Unternehmen ist der weltweit grösste Anbieter von Kreuzfahrten. Boomte das Geschäft vor der Pandemie, ist nun quasi Stillstand an der Tagesordnung. Die vielen Schiffe, die unter verschiedenen Markennamen wie AIDA Cruises und Costa weltweit angeboten werden und kreuz und quer über die Meere schippern, sie wurden eingemottet, auf Dock gelegt. Carnival schreibt Verluste in Milliardenhöhe – pro Minute sollen es 17.000 US-Dollar sein, so eine anschauliche Berechnung.
Angesichts solcher Verluste von Chancen zu sprechen, fällt schwer. Und dennoch, die Kreuzfahrtbranche darf nicht einfach abgeschrieben werden. Die Sehnsucht der Menschen nach fernen Ländern, sie ist da, wie etwa die aktuellen Reisebestellungen bei den Veranstaltern zeigen. Die Buchungen für den Sommer 2021 liegen im Vergleich zum regulären Sommer 2019, also in der Zeit vor Corona, sogar um drei Prozent höher, so der deutsche Reiseveranstalter TUI in einer Pressemitteilung Mitte Dezember. Carnival sollte man deshalb zumindest auf eine Watchliste setzen, die den Titel „Spekulative Chancen 2021“ trägt. Auf einer solchen Liste könnte man auch viele andere Unternehmen festhalten, die im Umfeld von „Reisen“ aktiv sind, wie etwa die Online-Plattform für private Unterkünfte Airbnb, das Buchungsportal Booking, die Fluggesellschaft Lufthansa und der Betreiber von Duty-free-Läden Dufry.

Konsum- und Luxusgüter - hoffen auf Nachholbedarf

Apropos Dufry, mit dem Reise-Detailhändler rückt eine weitere Branche in den Fokus, die einerseits durch die Corona-Pandemie unter Druck gekommen ist, die andererseits aber auch jenseits von Corona Chancen bietet: die Konsum- und Luxusgüterbranche. Auch wenn sich die Verantwortlichen in der Schweiz gegen einen zweiten Shutdown wehren, die Menschen sind doch vorsichtiger geworden, gehen weniger aus, haben ihren Konsum reduziert. Davon zeugen unter anderem die Ergebnisse bei Swatch. Weil das Unternehmen Werke im Ausland schliessen musste und der Tourismus einbrach, schrumpfte der Umsatz im zurückliegenden Jahr um satte 32 Prozent auf 5,6 Milliarden Franken. Das Betriebsergebnis konnte immerhin im positiven Bereich gehalten werden. Nach 1,02 Milliarden Franken im Jahr 2019 lag es allerdings nur noch bei 50 Millionen Franken. In diesen Zahlen drückt sich das ganze Dilemma der Branche aus – selbst grosse, gestandene Konzerne hat die Corona-Pandemie eiskalt erwischt. Konnten früher Einbrüche in der einen Region durch verstärkte Exporte in eine andere ausgeglichen werden, ist die Pandemie global und in allen Regionen nahezu zeitgleich. Da gibt es kein Entkommen.
Doch bei Swatch bleibt man positiv gestimmt. Das Unternehmen konzentriert sich auf 2021 und baut auf einen Konsumnachholbedarf. Deswegen will man auch eine Dividende zahlen, 3.50 Franken je Inhaber- und 0.70 Franken je Namenaktie. Das ist allerdings rund ein Drittel weniger als die Dividende vom Vorjahr, die auch schon wegen der Krise gesenkt worden war. Corona hinterlässt Spuren, egal, wie man es dreht und wendet. Das betrifft in unterschiedlicher Intensität auch die anderen Konsum- und Luxusgütertitel wie Carrefour und Cie Financière Richemont, ebenso den auf Unterhaltungselektronik fokussierten deutschen Detailhändler Ceconomy und sogar den heimischen Chocolatier Lindt & Sprüngli.

Ölindustrie - die fetten Jahre sind vorbei

Auf der Verliererseite stehen auch die Konzerne aus der Erdölbranche, wie BP, Royal Dutch Shell und Total. Denn wenn die Wirtschaft ruht, die Menschen zuhause bleiben, dann sinkt die Nachfrage nach Öl. „Das anhaltende regionale Wiederaufflammen der Covid-19-Infektionen wird die Marktstimmung weiter negativ beeinflussen“, so die Verlautbarung der OPEC. Das schlägt sich dann auch auf die Konzernergebnisse nieder. So hat der britische Ölkonzern BP 2020 einen Verlust von 5,7 Milliarden US-Dollar gemacht – den ersten seit zehn Jahren. Doch wie geht es weiter? „2020 wird wahrscheinlich als das schlimmste Jahr in der Geschichte der Ölindustrie eingehen“, sagt Fatih Birol, Chef der Internationalen Energieagentur (IEA).
Soll heissen, 2021 wird alles besser? Da sind sich die Experten unsicher. Denn zum einen ist die Corona-Pandemie noch lange nicht bewältigt, und zum anderen: die Ölindustrie steht ja ohnehin am Pranger – Stichwort Klimawandel. Weil man immer mehr auf nachhaltige Energieerzeugung setzt, rechnen einige Beobachter zumindest mit einer Stagnation bei der Ölnachfrage. Oder anders formuliert: Die fetten Jahre, in denen die Nachfrage nach dem „schwarzen Gold“ von Jahr zu Jahr steigt, sind möglicherweise vorbei. Das würde dann zumindest gegen die ganz grossen Kurschancen bei den Ölkonzernen sprechen.

Attraktive Einstiegschancen

Am Ende der Talfahrt steht ein herber Rückgang – bei den Reiseaktien ebenso wie bei den Valoren der Konsum- und Luxusgüterherstellern, und auch bei den Ölkonzernen. Die Frage ist aber, ob das schon die Talfahrt war? Vielleicht, so mag der eine oder andere Skeptiker munkeln, haben wir in den zurückliegenden Wochen nur eine positive Gegenreaktion auf die Kursverluste im März 2020 gesehen – und alles wird noch viel schlimmer. Vielleicht wird aber auch bald alles wieder so wie früher – die Menschen reisen, kaufen Uhren und Schmuck und gehen fleissig shoppen. Dann wäre das aktuelle Kursniveau bei einigen Valoren eine attraktive Einstiegschance.

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