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Aktien als Inflationsschutz

Mit Aktien aus den richtigen Sektoren können Anlegerinnen und Anleger ihr Depot vor Inflation schützen.

Juni 2021 - Es kommt wie es kommen musste. Die Inflation zieht an. Und das in nahezu allen grossen Industrienationen. In den USA etwa kletterten die Konsumentenpreise auf Basis des PCE-Index (Personal Consumption Expenditures Index) im April um 3,6 Prozent. Rechnet man dabei die besonders schwankungsanfälligen Preise für Energie und Nahrungsmittel raus, liegt das Plus immer noch bei 3,1 Prozent. Das zeigt, die Inflation zieht auf breiter Front an.
Das ist auch in der Schweiz so, auch wenn hier das Plus noch nicht so deutlich ausfällt. Im April stieg der Landesindex der Konsumentenpreise (LIK) laut dem Schweizerischen Bundesamt für Statistik im Vergleich zum Vormonat um 0,2 Prozent und erreichte den Stand von 100,8 Punkten (Dezember 2020 = 100). Gegenüber dem entsprechenden Vorjahresmonat betrug die Teuerung 0,3 Prozent. In den Vormonaten lag die Rate noch im negativen Bereich, im März 2021 bei einem Minus von 0,2 Prozent, im Februar bei einem Minus von 0,5 Prozent.
Zeichnet sich hier ein Trend ab? Ein Trend zu mehr Inflation, sprich Geldentwertung? Müssen wir uns deshalb vor steigenden Zinsen fürchten, die die Aktienmärkte unter Druck bringen könnten? Denn wir erinnern uns: Steigende Zinsen sind Gift für die Börse.

Die Gründe sind umstritten

Die Antwort auf diese Frage liegt im Inflationsgrund verborgen. Aus welchen Gründen zieht die Inflation an? Darüber wird in der Welt der Experten heftig diskutiert. „Die Inflation wird nur vorrübergehend massiv ansteigen“, sagt etwa Robert Halver von der Baader Bank in München. Der Kapitalmarktexperte begründet seine Einschätzung damit, dass die Wirtschaft derzeit eine Normalisierungsphase durchläuft. Nach der Corona-bedingten Zwangspause nehmen Betriebe ihre Produktion wieder auf. Die Menschen fahren zur Arbeit, konsumieren wieder. Weil aber während der Pandemie weniger hergestellt worden ist, steigen nun die Preise für viele Produkte. Die Inflation ist demnach nur vorrübergehend. Wenn alles wieder gut läuft, sind auch die Produkte wieder ausreichend vorhanden, die Preise kommen dann unter Druck.

Doch es gibt auch Experten, die in der Inflation durchaus eine nachhaltige Entwicklung sehen. Das sind vor allem Fachleute, die davon ausgehen, dass die Pandemie die Weltwirtschaft tiefgreifend verändert hat. Sie hat nämlich, so ihre Argumentation, für eine Unterbrechung der globalen Lieferketten gesorgt. Dabei ist es gerade die Globalisierung, die weltweite Vernetzung von Produktionen, die in den zurückliegenden Jahrzehnten die Inflation eingedämmt hat. Weil die Herstellungsprozesse in jene Länder ausgelagert wurden, die besonders günstig arbeiten können, gerieten Preise und Löhne in einen Abwärtsstrudel.
Nun, mit den Erfahrungen aus der Pandemie, könnte sich das ändern. Vor allem in Bereichen, in denen Unternehmen auf Just-in-Time-Lieferungen angewiesen sind, also auf zeitnahe Zulieferungen, das betrifft etwa die Autoindustrie, könnte die Pandemie zu einem Umdenken führen. In Zukunft könnte man bemüht sein, wieder möglichst viele Produkte selbst herzustellen oder zumindest im näheren Umfeld. Damit käme die Globalisierung ins Stocken, was wiederum die Inflation nachhaltig anziehen lassen könnte.

Gesunde und ungesunde Inflation

Ob es soweit kommt, ist jedoch unsicher. Dabei ist Inflation erst einmal an sich nicht schlecht. Denn gehen die Menschen davon aus, dass die Preise langfristig steigen, werden sie zu Ausgaben motiviert. Getreu dem Motto „Morgen ist alles teurer“ konsumieren sie verstärkt, was wiederum der Wirtschaft hilft. Ohne Inflation kein Wachstum, könnte man kurz und knapp formulieren. Vor diesem Hintergrund peilen die grossen Notenbanken eine Inflation von im Schnitt zwei Prozent an. Eine solche Inflation wird als „gesund“ angesehen. Mit aktuell 3,6 Prozent in den USA lägen wir aber schon deutlich über diesem Niveau. Das beunruhigt viele Experten.
Sie verweisen zudem auf den Umstand, dass die Notenbanken in ihrer Arbeit eingeschränkt sind. Um eine „ungesunde“ Inflation, also über der Zwei-Prozent-Marke, zu bekämpfen, müssten sie nämlich in der Lage sein, die Zinsen deutlich anzuheben. Und genau hier liegt das Problem. Denn „die Verschuldung ist weltweit so dramatisch, wir können uns keine massiven Rendite- und Zinssteigerungen mehr leisten, sonst macht es puff, paff, peng und dann war es das für unsere Finanzwelt“, wie Baader-Mann Robert Halver etwas lax, aber durchaus zutreffend formuliert. Die Angst vor einer Inflation jenseits von zwei Prozent, die nicht mehr bekämpft werden kann und dann ausufert, ist also nicht völlig unbegründet.

Aktien bieten einen gewissen Schutz

Für Anlegerinnen und Anleger bleibt deshalb nichts anderes übrig, als sich auf eine längere und stärkere inflationäre Phase vorzubereiten. Ob sie dann allerdings kommt, ist unsicher. Und wie kann man sich vorbereiten? Aktien zum Beispiel bieten durchaus einen gewissen Schutz vor Inflation. „Über die vergangenen 120 Jahre betrachtet kam die reale Aktienrendite selbst in den Ländern und Jahren im Mittel noch auf mehr als sechs Prozent, wenn die Inflation zwischen vier und 7,5 Prozent lag“, so die Experten der Finanz und Wirtschaft (FuW). „Negativ war der reale Aktienertrag im Durchschnitt erst in Fällen mit zweistelligen Teuerungsraten.“ Grundsätzlich kann man sagen, dass Aktien Sachwerte sind, weil sie Beteiligungen an einem Unternehmen darstellen. Zieht nun die Wirtschaft nach der Corona-Pandemie an, können Unternehmen höhere Gewinne erwirtschaften, die über Kursgewinne und Dividenden an die Anteilseigner weitergegeben werden. Eine Inflation kann damit unter Umständen kompensiert werden. Aktien bleiben also die erste Wahl, ob direkt oder indirekt über Strukturierte Produkte, Fonds und Exchange Traded Funds (ETFs), ist dabei vor allem eine Frage der persönlichen Fähigkeiten und der Risikoneigung.

Doch welche Branchen sind dabei zu bevorzugen? Verschiedene Studien zeigen, dass in Phasen steigender Inflation etwa in den USA „die Sektoren Düngemittel, Geschäftsimmobilien, Erdöl, Papier und Kupfer profitiert haben“, fasst die FuW zusammen. Gelitten haben hingegen Airlines, Brauereien, Fischerei und Landwirtschaft, Hausbauer und Gastrounternehmen. Für die Schweiz stellen die Experten zudem eine höhere Inflationssensitivität bei Unternehmen aus dem Finanz- und dem Industriesektor fest. Vor diesem Hintergrund könnten also gerade auch einige Schweizer Blue Chips, die im SMI gelistet sind, zu den Gewinnern gehören, etwa ABB oder Credit Suisse und UBS. Aber auch die Versicherer wie Zurich Insurance und Swiss Life und Swiss Re werden von Experten zu den „Inflationsaktien“ gezählt.

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